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Sri Lanka

Geografie

Sri Lanka ist eine Insel im indischen Ozean unweit von Indiens Südspitze und von der Größe her vergleichbar mit dem Bundesland Bayern. Die sehr heterogene Landschaft ist geprägt von Gipfeln, Becken und Tälern.  Sri Lanka gliedert sich in drei verschiedene Landschaften: Das zentrale Hochland mit den berühmten Teeanbaugebieten und bis zu 2.500 Metern hohen Bergen, die Tieflandebenen, die schon vor Jahrhunderten durch künstliche Bewässerung fruchtbar gemacht wurden, und den Küstenbereich mit Fischerei und Palmenstränden.

Das Herz Sri Lankas bildet das zentrale Hochland im Südzentrum. Im Kern des Hochlandes ist ein in Nord-Süd Richtung 65 Kilometer langes Hochplateau. Höchste Erhebung des Landes ist der "Pidurutalagala" mit 2.524 Metern. Vom südlichen Ende des Plateaus aus erstrecken sich zwei Gebirgsmassive, eines 50 Kilometer in den Osten zum "Namunakula" (2.036 Meter) und eines 50 Kilometer in den Westen zum Adam’s Peak (heute: "Sri Pada") mit 2.243 Metern.

Klima 

Durch die Nähe zum Äquator herrscht auf Sri Lanka vorwiegend tropisch-warmes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit (80-90%). Am meisten beeinflusst wird es durch die beiden Regenperioden im Osten und Westen der Insel. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Tal im Winter bei ca. 30 Grad Celsius, im Sommer bei ca. 35 Grad Celsius. In den Gebirgen kühlt es sich nachts schon einmal auf 10 bis 16 Grad Celsius ab. 

Im Westen der Insel beherrscht in der Zeit von Juni bis September der Südwestmonsun die Region. Im Osten der Insel und um die Region Uva herum ist es dagegen trocken und windig, was sich aus den landschaftlichen Gegebenheiten der Insel erklärt. Der Adam's Peak übernimmt quasi die Funktion einer Wasser- und Wetterscheide. Die qualitativ hochwertigsten Tee-Ernten stammen zu dieser Jahreszeit aus dem Anbaugebiet Uva. 

Von Dezember bis März kehren sich die Verhältnisse um: Dann wird der Westen vom trockenen Klima bestimmt, während der Osten durch den Nordostmonsun starken Regenfällen ausgesetzt ist. Zu dieser Zeit werden in den westlichen Regionen Dimbulas Spitzentees geerntet.

Teeproduktion

Sri Lanka zählt seit vielen Jahrzehnten zu den fünf größten Teeproduzenten und den wichtigsten Tee-Exportnationen der Welt. In den sieben Teeanbaugebieten rund um den Adam's Peak (heute: Sri Prada) werden überwiegend Schwarztees produziert. Seit einigen Jahren produziert man auch kleine Mengen erlesener Weißer Tees, die hier - nach den silbrig schimmernden Härchen der Blattknospen - auch "Silver Needles" genannt werden. Für den deutschen Markt werden insbesondere die exquisiten Teespezialitäten aus den Hochlandlagen der Traditionsanbaugebiete gekauft. 

Aktuelle Zahlen zur Teeproduktion in Sri Lanka finden Sie jeweils im Statistikteil unseres aktuellen Jahresberichtsbands "Tee als Wirtschaftsfaktor" in der Rubrik Wirtschaft.

Geschichte

Bereits 1824 brachten die Briten die ersten Teepflanzen nach Ceylon,  dem heutigen Sri Lanka, die im Royal Botanical Garden von Peradeniya (Kandy) gepflanzt wurden.

Obwohl die Anpflanzversuche erfolgreich waren, konzentrierten sich die Pflanzer weiterhin auf den Kaffeeanbau, denn Ceylon-Kaffee war damals eine begehrte Ware.

Ein junger Schotte mit dem Namen James Taylor begann im Jahre 1867 in dem Teegarten Looleconderea, nahe Kandy, mit dem Teeanbau und konnte großen Erfolg verzeichnen. Bereits 1873 exportierte er die ersten 10 Kilogramm Ceylon-Tee nach London. Doch erst als zwischen 1870 und 1880 der Kaffeerost die riesigen Kaffeeplantagen fast vollständig zu Grunde gerichtet hatte, stellten die Pflanzer schließlich nach und nach auf Tee um. 

Heute ist Tee das bedeutendste Agrargut in Sri Lanka; das Land gehört zu den weltgrößten Tee- Exporteuren. Hier wird sowohl die Thea sinensis, ein Hochlandgewächs, das ursprünglich aus China stammt, als auch die Thea assamica, ein reines Tropengewächs aus Assam in Nordindien, angebaut. In etwa 600 Teefabriken wird der weltweit bekannte und geschätzte Ceylon-Tee hergestellt.

Teeanbau und Verarbeitung 

Rund um den Adam's Peak (heute: Sri Pada), in Höhenlagen bis zu 2.500 Metern über dem Meeresspiegel, liegen die sieben Teeanbaugebiete von Sri Lanka. Die Hochlandsgebiete Uva, Dimbula, Uda Pussellawa und Nuwara-Eliya befinden sich größtenteils in einer Höhe von über 1.200 Metern. Tee aus diesen Regionen ist besonders begehrt, da das durch die Höhe bedingte, langsamere Wachstum den Teeblättern ein besonders feines und intensives Aroma verleiht. Der Aufguss ist kupferrot bis goldrot; der Tee steht, wie der Fachmann sagt, „golden in der Tasse“. Weitere Anbaugebiete sind Kandy, Ruhuna und Sabaragamuwa. Sri Lanka produziert neben Schwarztees, wenn auch in geringer Menge, Grüne Tees und Weiße Tees, die hier oft auch "Silver needles" genannt werden.

Geerntet wird hier das ganze Jahr über. Allerdings wechseln die Qualitäten je nach Witterung und Jahreszeit. Wie in Darjeeling wird in den ceylonesischen Teegärten die orthodoxe Verarbeitungsmethode bevorzugt.

Dimbula: Qualität mit Zitrusflavour 

Dimbula ist eines der ältesten und bekanntesten Anbaugebiete Sri Lankas. Die Teegärten liegen im Süd-Westen der Insel in einer Höhe von etwa 1.200 bis 2.000 Metern. Die besten Ernten finden von Dezember bis April statt. Seinen qualitativen Höhepunkt erreicht der Tee aus dieser Region im Februar und März, wenn kühles, trockenes Klima Dimbula bestimmt. Der Tee zeichnet sich vor allem durch sein kräftiges, leicht herbes Aroma aus, das manchmal eine Zitrusnote aufweist. Tee aus Dimbula eignet sich hervorragend als morgendlicher Muntermacher. 

Nuwara Eliya: am Fuße des Pidurutalagala  

Zwischen Dimbula und Uva, unterhalb des Pidurutalagala, liegt das Anbaugebiet Nuwara Eliya mit den höchstgelegenen Teegärten der Insel. Im Gegensatz zu den anderen Regionen, in denen die Thea Assamica die Grundlage für den Teeanbau bildet, stehen hier überwiegend Sträucher der Thea Sinensis. Insgesamt setzt sich das Gebiet aus nur sieben Teegärten zusammen. Tees aus Nuwara Eliya behalten das ganze Jahr über ihren besonderen Charakter. Nur in den Zeiten, in denen Frost die empfindlichen Teesträucher befällt, kann es zu Einbußen kommen.  

Vom Geschmack her erinnert das feine, runde Aroma des Tees aus dieser Region an Zypressen und Eukalyptus, was daher rührt, dass die Gärten direkt von diesen Pflanzen umgeben sind, so dass sich das Aroma im Tee wieder findet. Das besondere Aroma ist fast zu jeder Jahreszeit sehr ausgeprägt.  

Uva: zwischen Wäldern und Flüssen 

Im Süd-Osten der Insel, umgeben von schattenspendenden Bäumen und wilden Flussläufen, liegt Uva. Die besten Qualitäten gibt es hier zwischen Juli und September. Tee aus Uva hat ein kräftiges, leicht süßliches Aroma, das ein wenig an den Geschmack von Preiselbeeren erinnert. Die dunkle, leicht rötliche Tassenfarbe erinnert an Tee aus Assam. Da Uva-Tee schon nach kurzer Zeit etwas von dem besonderen Flavour verliert, sollte er relativ schnell aufgebraucht werden. 

Kandy

Das nördlichste Anbaugebiet Sri Lankas ist nach der historischen Hauptstadt Ceylons und Wiege der ceylonesischen Tee-Kultur benannt. Die Teegärten liegen in Höhen zwischen 600 und 1.200 Metern. Hier wird der sogenannte "mid country tea" produziert, der sich durch seinen kräftigen Geschmack, vollen Körper und eine "dunkle Tasse" auszeichnet.

Reisetipps

Sri Lanka befindet sich südlich von Indien, im traumhaft schönen indischen Ozean. Die facettenreiche Landschaft wird u. a. durch zahlreiche, saftiggrüne Teegärten geprägt. Der aromatische Ceylontee wächst inmitten exotischer Pflanzen und imposanter Wasserfälle.

Unbedingt sehenswert sind die beiden – im zentralen Hochland gelegenen – großen Teeanbaugebiete Dimbula und Nuwara Eliya mit ihren zahlreichen Teefabriken und -gärten, denn dort erfährt der Besucher genau, wie die grünen Blätter gepflückt und dann in der Fabrik verarbeitet werden. Probieren kann man das köstliche Getränk natürlich auch gleich. 

Dimbula gehört zu den ältesten und wichtigsten Teeanbau-gebieten auf Sri Lanka. Bei einem Besuch der Region ist es empfehlenswert, neben festen Schuhen unbedingt auch warme Kleidung mitzunehmen, denn die Teegärten liegen in einer Höhe von bis zu 2.000 Metern. 

Abends kühlt sich die Luft schon einmal auf bis zu 10 Grad Celsius ab. Wer nach Dimbula reisen möchte, sollte dies am besten zwischen Januar und März tun, wenn der Monsunregen den Osten erreicht. In dieser Zeit ist es im Westen der Insel vorwiegend trocken. Das optimale Reisewetter für die östlich gelegene Region Nuwara Eliya ist dagegen zwischen Juni und September. "Die Stadt über den Wolken“ bildet das Zentrum des Hochlands und liegt am Fuße des höchsten Berges auf Sri Lanka, dem Pidurutalagala. Wer nach Nuwara Eliya fährt, sollte neben dem Besuch der Teegärten auch unbedingt einen Abstecher zu den nahe gelegenen, zahlreichen Wasserfällen einplanen.

Besonders vielseitig zeigt sich die Insel bei ihren zahlreichen Festen. Wer am kulturellen Leben der Inselbewohner teilhaben möchte, sollte in keinem Fall die „Esala Dalalda Perahera“ versäumen, die im Teeanbaugebiet Kandy begangen wird und eines der prächtigsten Feste der Insel ist. In der Zeit von Mitte Juli bis Anfang August verwandelt sich die Hochlandmetropole für zehn Tage und Nächte in eine überwältigende Szenerie. Trommelklänge erfüllen die Luft und farbenfrohe Prozessionen ziehen durch die Straßen. In diesen Tagen wird die Zahnreliquie von Buddha (Dalada) - die sonst im Zahntempel, dem Wahrzeichen Kandys, liegt - bei den langen Prozessions-Zügen mitgeführt und verehrt.



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